Körpergeruch loswerden: was wirklich hilft
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Ein Satz erklärt fast alles an diesem Thema: Schweiß riecht nicht. Was aus der Achsel kommt, ist im Moment des Austritts nahezu geruchlos. Den Geruch erzeugen Hautbakterien, die ihn als Nahrung nutzen — und sie brauchen einige Stunden, bis die riechenden Verbindungen entstehen.
Genau das erklärt die häufigste Klage: „Ich dusche mehr als alle anderen und rieche trotzdem.” Duschen entfernt die Bakterien und die Geruchsmoleküle, die gerade da sind; beide kommen binnen Stunden zurück. Dauerhaft wirkt nur das Zusammenspiel dreier Hebel:
- Bakterienlast senken (Waschverhalten, antibakterielle Waschung, Haare),
- Nahrungsangebot verringern (Antitranspirant reduziert die Schweißmenge),
- Die geruchsbindende Oberfläche ändern (Textilien und Wäschepflege).
Unten: wie der Geruch tatsächlich entsteht, ein Plan für 24 Stunden, die richtige Anwendung des Antitranspirants (hier machen die meisten den entscheidenden Fehler), was antibakterielle Waschungen leisten — und die medizinischen Ursachen hartnäckigen Geruchs.
Wie Körpergeruch entsteht
Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen — nur eine davon ist für Geruch zuständig.
| Ekkrine Drüsen | Apokrine Drüsen | |
|---|---|---|
| Wo | am ganzen Körper | Achseln, Genitalbereich, Brustwarzenhof |
| Wann | bei Hitze und Sport | ab der Pubertät; bei Stress und Erregung |
| Inhalt | fast nur Wasser und Salz | reich an Fetten und Eiweißen |
| Geruch | für sich kaum | riecht erst durch Bakterien |
Die Chemie ist inzwischen bis zum Enzym aufgeklärt. Apokriner Schweiß enthält ein geruchloses Vorläufermolekül (Cys-3M3SH). Das Achselbakterium Staphylococcus hominis spaltet es mit dem Enzym PatB und setzt dabei Thioalkohole frei, vor allem 3M3SH — Schwefelverbindungen, die die Nase noch in winzigsten Mengen wahrnimmt. Ein Team der University of York hat dieses Enzym 2020 identifiziert. „Körpergeruch” ist also das Ergebnis einer sehr speziellen Leistung weniger Bakterienarten.
Dazu kommen Corynebacterium-Arten, die Fettsäuren in scharf, „böckig” riechende Bruchstücke zerlegen.
Praktische Folge: Geruch hängt nicht an der Schweißmenge, sondern an der Zeit, die Schweiß mit Bakterien verbringt. Zwei Menschen können gleich stark schwitzen und nur einer riecht. Deshalb bringt „dreimal täglich duschen" weniger als weniger Bakterien + weniger Schweiß + anderes Textil.
Warum manche Menschen gar nicht riechen: der Ohrenschmalz-Hinweis
Der am wenigsten bekannte, aber aufschlussreichste Teil des Themas. Ein einziges Gen, ABCC11, bestimmt sowohl den Typ des Ohrenschmalzes als auch, ob überhaupt Achselgeruch entsteht:
- Feuchtes, klebriges, gelb-braunes Ohrenschmalz → aktive apokrine Sekretion → Geruch möglich.
- Trockenes, krümeliges, gräuliches Ohrenschmalz → sehr geringe Sekretion → deutlicher Geruch entsteht meist gar nicht.
Das ist keine Anekdote: Bei Patienten mit ausgeprägtem Achselgeruch (Osmidrosis axillaris) trugen 98,7 % den Genotyp des feuchten Typs, der in der untersuchten Allgemeinbevölkerung nur bei gut einem Drittel vorkam. Das „trockene” Allel ist in ostasiatischen Bevölkerungen häufig, bei Menschen europäischer und afrikanischer Herkunft selten.
Diagnostisch nutzbar: Ist Ihr Ohrenschmalz trocken und Sie nehmen trotzdem einen deutlichen Geruch wahr, sind die Achseln wahrscheinlich nicht die Quelle — dann kommen Füße, Genitalbereich, Kopfhaut, Kleidung oder eine medizinische Ursache infrage.
Woran erkenne ich, ob ich rieche?
Den eigenen Geruch nimmt man kaum wahr, weil die Nase sich an Dauerreize gewöhnt (olfaktorische Adaptation). Was funktioniert:
- Taschentuch-Test. Ein sauberes, unparfümiertes Papiertuch 5-10 Sekunden in die Achsel drücken, herausnehmen, einige Minuten warten und dann riechen. Die Pause setzt die Nase zurück.
- T-Shirt-Test. Das den Tag über getragene Shirt in eine Tüte geben, nach 15-20 Minuten öffnen und riechen.
- Morgentest. Vor dem Duschen an Kissen und Schlafshirt riechen.
- Eine ehrliche Person fragen. Nach wie vor die zuverlässigste Methode.
Es gibt auch den umgekehrten Fall. Wenn niemand im Umfeld etwas bemerkt, Sie aber überzeugt bleiben zu riechen, kann ein olfaktorisches Referenzsyndrom vorliegen — eine belastende Störung, deren Behandlung kein stärkeres Deo ist, sondern ärztliche Unterstützung. Hinweis: mehrere vertraute Personen sagen unabhängig voneinander, dass nichts zu riechen ist.
Der 24-Stunden-Plan
- Zweimal täglich mit Seife oder Duschgel waschen. Wasser allein genügt nicht — Bakterien sitzen im Fettfilm. Achseln, Genitalbereich, Füße gezielt waschen.
- Gründlich abtrocknen. Feuchte Haut ist ideales Bakterienmilieu, besonders zwischen den Zehen und in Hautfalten.
- Antitranspirant abends auftragen (Details unten).
- Frische Kleidung anziehen. Das Shirt von gestern trägt Bakterien, auch wenn es sauber aussieht.
- Textil wechseln: Baumwolle, Wolle, Seide oder echte Funktionsfaser.
- Socken zweimal täglich wechseln, Schuhe einen Tag ruhen lassen.
- Achselhaare kürzen. Haare halten Schweiß und Bakterien an der Oberfläche.
- An diesem Tag Knoblauch, scharfe Gewürze und Alkohol reduzieren.
Bei den meisten Menschen bringt das binnen weniger Tage einen deutlichen Unterschied. Wenn nicht, liegt es meist an der Produktwahl — oder an einer Grunderkrankung.
Deo oder Antitranspirant? Nicht dasselbe
| Deodorant | Antitranspirant | |
|---|---|---|
| Wirkung | hemmt Bakterien, überdeckt Geruch | verschließt Schweißkanäle, weniger Schweiß |
| Wirkstoff | antibakterielle Stoffe, Parfüm | Aluminiumsalze (Chlorohydrat, Chlorid) |
| Weniger Schwitzen | nein | ja |
| Geeignet für | leichtes Schwitzen, milder Geruch | starkes Schwitzen, deutlicher Geruch |
Wer wirklich ein Geruchsproblem hat, braucht in der Regel ein Antitranspirant. Ein reines Deo lässt die Nahrungsgrundlage der Bakterien unangetastet.
Die eine Änderung, die die meisten Fälle löst: abends auftragen. Aluminiumsalze wirken, indem sie am Ausgang des Schweißkanals Pfropfen bilden — und das gelingt nur auf trockener Haut bei geringer Schweißproduktion, also zur Schlafenszeit. Die Anweisung der American Academy of Dermatology ist eindeutig: vor dem Zubettgehen auf trockene Haut auftragen und vollständig trocknen lassen. Morgendliches Duschen hebt die Wirkung nicht auf; der Pfropf sitzt im Kanal. Jede Nacht anwenden, bis das Schwitzen unter Kontrolle ist (meist einige Wochen), danach ein- bis zweimal pro Woche.
Zwei Ergänzungen: Die Haut muss vorher nicht gewaschen werden (das kann sogar reizen), und das Auftragen auf verschwitzte Haut verschwendet das Produkt. Bei Reizung die Häufigkeit reduzieren und in der Apotheke oder Praxis nachfragen.
Wenn frei verkäufliche Produkte nicht reichen
- Stufe 1Stärkeres bzw. verschreibungspflichtiges Antitranspirant. Aluminiumchlorid (häufig 20-prozentige Lösung) ist die übliche Eskalation. Die Wirkung zeigt sich meist in 1-2 Wochen; typische Nebenwirkungen sind Trockenheit und Hautreizung.
- Stufe 2Iontophorese. Vor allem an Händen und Füßen: schwacher Strom in flachem Wasser. Sitzungen dauern 20-30 Minuten, anfangs täglich bis alle 2-5 Tage, zur Erhaltung etwa wöchentlich.
- Stufe 3Botulinumtoxin-Injektionen. Sie blockieren das Nervensignal zur Schweißdrüse. Weniger Schwitzen meist nach 7-10 Tagen; Wirkdauer an Achseln und Händen 3-10 Monate, an den Füßen 3-6 Monate.
- Stufe 4Tabletten. Bei großflächigem Schwitzen. Häufigste Nebenwirkung ist Mundtrockenheit; da weniger geschwitzt wird, steigt bei Hitze das Überhitzungsrisiko.
- Letzte OptionOperation. Im operierten Bereich hört das Schwitzen auf, der Körper kompensiert jedoch an anderen Stellen. Deshalb selten gewählt.
Helfen antibakterielle Waschungen? Chlorhexidin und Benzoylperoxid
Kurz: sie senken den Geruch, nicht das Schwitzen.
Chlorhexidin ist ein Antiseptikum und reduziert die Bakterienzahl auf der Haut. Da Bakterien den Geruch erzeugen, sinkt mit ihnen der Geruch. Dermatologisch wird bei Bromhidrose genau so vorgegangen: antiseptische Waschungen und Benzoylperoxid begrenzen die Bakterien, die apokrines Sekret zersetzen. Zinkpyrithion gehört in dieselbe Gruppe.
Richtige Erwartung:
- Leisten sie: deutlich weniger Geruch durch geringere Bakterienlast. Zusammen mit einem Antitranspirant sind zwei Kettenglieder unterbrochen.
- Leisten sie nicht: die Schweißmenge bleibt gleich; allein angewendet bleibt die Nässe.
- Vorsicht: Kontakt mit Augen und Ohren vermeiden; dauerhafte Anwendung kann Trockenheit, Reizung und selten Allergien auslösen. Benzoylperoxid bleicht Textilien — weiße Handtücher verwenden.
- Als Waschung anwenden: kurz einwirken lassen, abspülen, nicht auf der Haut belassen.
Kleidung und Wäsche: das übersehene Glied
Dieselbe Person riecht am selben Tag in zwei verschiedenen Shirts unterschiedlich — dafür gibt es Messdaten.
An der Universität Gent nahmen 26 Personen in Polyester- oder Baumwoll-Shirts an einem Spinning-Kurs teil. Die Shirts wurden 28 Stunden gelagert und von einem unabhängigen Geruchspanel bewertet: Die Polyester-Shirts rochen deutlich schlechter. Der Grund war mikrobiologisch — auf Polyester dominierten Micrococcus-Arten, die Fettsäuren und Aminosäuren in kleine, übel riechende Verbindungen umwandeln; auf Baumwolle nicht.
Konsequenzen:
- Im Alltag Baumwolle, Wolle oder Seide. Wolle riecht selbst in Sportkleidung weniger stark als Polyester.
- Sportkleidung nie zweimal tragen und nicht feucht in der Tasche lassen.
- Kaltwäsche (30 °C und darunter) tötet die Bakterien nicht zuverlässig. Hartnäckige Teile eine Stunde in vier Teilen Wasser und einem Teil Essig einweichen oder gelegentlich bei 60 °C waschen, wenn das Pflegeetikett es erlaubt.
- Weniger Weichspüler: Rückstände legen sich auf Synthetikfasern und binden Geruch.
- Waschmaschine lüften. In einer geschlossen gelagerten Maschine vermehren sich Bakterien, die auf frische Wäsche übergehen.
- Gelbe, steife Achselstellen sind eine Mischung aus Schweiß, Antitranspirant und Waschmittelresten und halten Geruch fest: vor dem Waschen mit Natronpaste einreiben.
Verändert Ernährung den Geruch wirklich?
Ja, aber weniger als angenommen. Schwefelverbindungen mancher Lebensmittel gelangen über das Blut in Schweiß und Atem:
| Deutlich | Mittel | Umstritten |
|---|---|---|
| Knoblauch, Zwiebel, Lauch | rotes Fleisch | Kaffee |
| scharfe Gewürze, Curry, Kreuzkümmel | Kohlgemüse (Brokkoli, Blumenkohl) | Milchprodukte |
| Alkohol | Fisch (bei manchen) | Zucker |
Realistisch: Ernährung ändert Charakter und Intensität des Geruchs, nicht sein Vorhandensein. Vor einem wichtigen Termin 24 Stunden weniger Knoblauch und Alkohol ist sinnvoll; eine Lösung ist Ernährung allein nicht. Auch Wassertrinken „spült” Geruch nicht aus.
Woher kommt der Geruch?
- Achseln. Zentrum der apokrinen Drüsen. Standard: Antitranspirant, gekürzte Haare, Naturfaser.
- Füße. Ekkriner Schweiß im geschlossenen, feuchten Schuh. Socken zweimal täglich wechseln, Schuhe 24 Stunden ruhen lassen, Natron hineinstreuen, Zehenzwischenräume trocknen. Bei hartnäckigem Fußgeruch an Keratoma sulcatum denken (kleine Grübchen in der Sohle).
- Genitalbereich. Falten und Feuchtigkeit. Täglich waschen, gut abtrocknen, Baumwollunterwäsche; hier kein Antitranspirant.
- Kopfhaut und Haare. Haare speichern Rauch- und Essensgerüche zusätzlich zum eigenen Talg.
- Bauchnabel und Unterbrustfalte. Zwei häufig vergessene Falten — mit Seifenlappen reinigen und trocknen.
- Mund. Was für „Körpergeruch” gehalten wird, ist manchmal Mundgeruch; schon das Bürsten des Zungenrückens hilft spürbar.
Warum Männer oft stärker riechen
Drei strukturelle Gründe:
- Apokrine Aktivität steigt mit Testosteron; nach der Pubertät wird der Geruch deutlich.
- Höhere Behaarung hält Schweiß an der Oberfläche und bietet Bakterien Fläche.
- Größere Schweißmenge im Durchschnitt — mehr Ausgangsmaterial.
Entsprechend hilft dreierlei am meisten: auf Antitranspirant umstellen, Achselhaare kürzen, Textil wechseln. Dazu: Bart nach dem Essen ausspülen, bei Fußgeruch zwei Paar Schuhe im Wechsel tragen.
Bei Frauen: Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre
- Zyklus: Schweißmenge und Geruchswahrnehmung schwanken um den Eisprung und vor der Periode.
- Schwangerschaft: stärkeres Schwitzen und ein empfindlicherer Geruchssinn — viele Frauen nehmen ihren eigenen Geruch dann erstmals wahr.
- Wechseljahre: Hitzewallungen führen zu plötzlichem, starkem Schwitzen; der Geruch ist dessen Folge.
- Hormonelle Verhütung und manche Medikamente verändern das Schwitzen.
Starker, hartnäckiger Geruch: medizinische Ursachen
Wenn die richtigen Produkte richtig angewendet werden und der Geruch bleibt, geht es nicht mehr um Hygiene, sondern um Diagnose.
| Ursache | Geruchscharakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Erythrasma | scharf, muffig; Achsel und Leiste | rotbrauner, fein schuppender, scharf begrenzter Fleck |
| Trimethylaminurie | fischig | lässt sich nicht abwaschen; nach bestimmten Speisen stärker |
| Diabetische Ketoazidose | fruchtig, nach Aceton | starker Durst, Schwäche — Notfall |
| Leber-/Nierenerkrankung | Ammoniak oder muffig | weitere Allgemeinsymptome |
| Schilddrüsenüberfunktion | Folge starken Schwitzens | Herzklopfen, Gewichtsverlust, Hitzeintoleranz |
| Medikamente | wechselnd | manche Antidepressiva steigern das Schwitzen |
Zwei verdienen Details, weil sie oft übersehen werden.
Erythrasma ist eine oberflächliche Hautinfektion durch Corynebacterium minutissimum mit rotbraunen, fein schuppenden Herden in Achseln, Leisten, unter der Brust und zwischen den Zehen. Diagnostischer Kniff: unter dem Wood-Licht fluoresziert der Herd korallenrot, weil das Bakterium Porphyrine bildet. Behandelt wird mit topischen oder oralen Antibiotika — dieser Geruch verschwindet mit einem Rezept, nicht mit einem Deo.
Trimethylaminurie („Fischgeruch-Syndrom”) beruht auf verminderter Aktivität des Enzyms FMO3. Trimethylamin aus cholinreichen Lebensmitteln wird nicht abgebaut und über Schweiß, Atem und Urin ausgeschieden. Es gibt keine Heilung, aber die Beschwerden lassen sich durch Einschränkung von Eiern, Innereien, Hülsenfrüchten, Kohlgemüse, Soja und bestimmten Meeresfrüchten mildern.
Wann zum Arzt? Wenn der Geruch trotz konsequenter Selbstbehandlung bleibt und belastet; wenn sich der Geruchscharakter deutlich verändert hat; oder wenn ein ungewöhnlich starkes Schwitzen hinzukommt. Plötzlicher fruchtiger bzw. Aceton-Geruch mit starkem Durst und Schwäche gehört sofort in ärztliche Behandlung. Dieser Text informiert und ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Hausmittel: was sie können — und was nicht
| Mittel | Wirkung | Realistische Erwartung |
|---|---|---|
| Salbei (Aufguss) | traditionell gegen übermäßiges Schwitzen; in Europa als traditionelle Anwendung anerkannt | kann das Schwitzen etwas mindern; kein Ersatz für Therapie |
| Alaunstein | hemmt Bakterien an der Oberfläche | reduziert Geruch, nicht die Nässe |
| Verdünnter Apfelessig | senkt den Haut-pH | kurz und mild |
| Verdünntes Teebaumöl | antibakteriell | kann helfen; häufige Ursache von Reizung und Allergie |
| Natron | neutralisiert Geruch | auf der Haut oft reizend; im Schuh besser aufgehoben |
| Zitrone | sauer | in der Sonne Verbrennungs- und Fleckenrisiko — nicht in die Achsel |
Zwei verbreitete Irrtümer auf einmal. Erstens: „Alaunstein ist die aluminiumfreie Alternative." Alaun ist selbst ein Aluminiumsalz (Kaliumaluminiumsulfat); der Wechsel dorthin, um Aluminium zu meiden, widerspricht sich selbst. Er ist zudem kein Antitranspirant. Zweitens die Aluminiumsorge an sich: Das BfR hat seine Bewertung am 20. Juli 2020 auf Basis neuer Humanstudien (2016 und 2019) aktualisiert — die Aufnahme von Aluminium über die Haut ist deutlich geringer als bislang angenommen, der Beitrag zur Gesamtaufnahme sehr gering, und gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die tägliche Anwendung aluminiumchlorohydrathaltiger Antitranspirantien sind nach heutigem Kenntnisstand unwahrscheinlich.
Gut riechen statt nur neutral
„Nicht schlecht riechen” und „gut riechen” sind zwei Ziele — in dieser Reihenfolge.
- Zuerst den Geruch beseitigen. Parfüm überdeckt Körpergeruch nicht, es verbindet sich mit ihm.
- Schichten innerhalb einer Duftfamilie: Duschgel → Bodylotion → leichtes Spray. Lotion gibt dem Duft Halt; trockene Haut gibt ihn schnell wieder ab.
- Auf Pulspunkte auftragen (Handgelenke, Halsseiten, Ellenbeugen), nicht verreiben.
- Haare und Kleidung nicht vergessen. Was ein Raum wahrnimmt, kommt größtenteils aus dem Textil.
- Bettwäsche wöchentlich wechseln. Der „Morgengeruch” sitzt oft im Kissen.
- Weniger ist mehr. In geschlossenen Räumen ist zu viel Duft so störend wie das Problem selbst.
Zwölf häufige Fehler
- Antitranspirant morgens auf feuchte Haut. Es bildet sich kein Pfropf.
- Deo für Antitranspirant halten.
- Geruch mit Parfüm überdecken.
- Nur mit Wasser waschen.
- Nicht richtig abtrocknen.
- Kleidung zweimal tragen, besonders Synthetik.
- Täglich dieselben Schuhe. Sie brauchen 24 Stunden zum Trocknen.
- Natron, Zitrone und Essig unverdünnt und häufig. Die Reizung hält länger als der Geruch.
- Antitranspirant nach drei Tagen aufgeben. Es dauert meist 1-2 Wochen.
- Komplette Haarentfernung als Lösung sehen. Kürzen hilft; Rasurreizung kann es verschlimmern.
- Hartnäckigen Geruch für ein Hygieneproblem halten.
- Bei Kindern in Panik geraten. Apokrine Drüsen starten in der Pubertät; nur bei sehr frühem Beginn abklären lassen.
Häufige Fragen
Wie werde ich Körpergeruch los? Drei Hebel gemeinsam: weniger Bakterien (zweimal täglich mit Seife waschen, bei Bedarf antibakterielle Waschung), weniger Schweiß (Antitranspirant abends) und besseres Textil (frische Baumwolle oder Wolle). Meist deutliche Besserung in 1-2 Wochen.
Was hilft am schnellsten gegen Körpergeruch? Die Kombination aus Antitranspirant und antibakterieller Waschung, dazu frische Naturfaser. Parfüm entfernt Geruch nicht.
Warum riecht Schweiß? Er riecht nicht. Hautbakterien — vor allem Staphylococcus hominis — spalten geruchlose Vorstufen im apokrinen Schweiß und setzen schwefelhaltige Thioalkohole frei.
Wann trägt man Antitranspirant auf? Abends, vor dem Schlafengehen, auf trockene Haut. Nur dann können Aluminiumsalze Pfropfen im Schweißkanal bilden. Morgendliches Duschen schadet nicht.
Wie lange dauert es, bis ein Antitranspirant wirkt? Meist 1-2 Wochen. Jede Nacht anwenden, bis das Schwitzen kontrolliert ist, danach ein- bis zweimal wöchentlich.
Was ist der Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant? Das Deo wirkt gegen den Geruch, das Antitranspirant gegen die Schweißmenge (Aluminiumsalze). Bei echtem Geruchsproblem braucht man meist das Antitranspirant.
Hilft Chlorhexidin gegen Körpergeruch? Indirekt ja: weniger Bakterien, weniger Geruch. Die Schweißmenge bleibt unverändert. Als Waschung anwenden, Augen und Ohren aussparen. Benzoylperoxid wirkt ebenso, bleicht aber Textilien.
Ist Aluminium im Deo schädlich? Das BfR kam 2020 nach neuen Humanstudien zu dem Schluss, dass über die Haut deutlich weniger Aluminium aufgenommen wird als früher angenommen und gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die tägliche Anwendung unwahrscheinlich sind.
Ist Alaunstein aluminiumfrei? Nein. Alaun ist Kaliumaluminiumsulfat, also ein Aluminiumsalz — und kein Antitranspirant.
Hilft Salbei gegen Schwitzen? Salbeiblatt ist traditionell gegen übermäßiges Schwitzen im Gebrauch und in Europa als traditionelle Anwendung anerkannt. Die Wirkung ist moderat.
Woran merke ich, ob ich rieche? Die Nase gewöhnt sich an den eigenen Geruch. Sauberes Papiertuch in die Achsel drücken, einige Minuten warten, dann riechen — oder das Tagesshirt in eine Tüte legen und nach 15-20 Minuten öffnen.
Warum ändert sich der Körpergeruch? Pubertät, Hormone, Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre, Ernährung, Stress, Gewicht, Medikamente und manche Erkrankungen verändern Intensität und Charakter.
Warum riechen manche Menschen gar nicht? Eine einzige Variante im ABCC11-Gen bestimmt Ohrenschmalztyp und apokrine Sekretion. Bei trockenem Ohrenschmalz entsteht meist kein merklicher Geruch.
Was hilft Männern gegen Körpergeruch? Dieselben drei Schritte, konsequent: Antitranspirant abends, Achselhaare kürzen, Naturfaser tragen. Bei Fußgeruch Schuhe im Wechsel tragen.
Was tun bei sehr starkem Körpergeruch? Zwei Wochen konsequent mit den richtigen Produkten. Ohne Erfolg ärztlich abklären: verschreibungspflichtiges Antitranspirant, Iontophorese, Botulinumtoxin, Tabletten.
Warum geht mein Körpergeruch nicht weg? Am häufigsten übersehen werden Erythrasma (korallenrote Fluoreszenz im Wood-Licht) und Trimethylaminurie. Auch Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion und Medikamente kommen infrage.
Ich rieche nach Fisch — warum? Ein fischiger Geruch, der sich nicht abwaschen lässt, kann auf Trimethylaminurie hindeuten. Ärztlich abklären lassen.
Welche Stoffe riechen am wenigsten? Baumwolle, Wolle, Seide. In einer Studie rochen nach dem Sport gelagerte Polyestershirts deutlich schlechter als Baumwollshirts.
Wie bekomme ich den Geruch aus Sportkleidung? Vor dem Waschen eine Stunde in vier Teilen Wasser und einem Teil Essig einweichen, weniger Weichspüler verwenden, gelegentlich bei 60 °C waschen (Etikett beachten) und nichts feucht in der Tasche lassen.
Hilft Rasieren der Achseln gegen Geruch? Es reduziert ihn, beendet ihn aber nicht. Kürzen ist oft besser als Rasieren, da Rasurreizung die Bakterienlast erhöhen kann.
Was hilft gegen Fußgeruch? Zweimal täglich waschen und zwischen den Zehen trocknen, Socken zweimal täglich wechseln, Schuhe 24 Stunden ruhen lassen und Natron hineinstreuen.
Ist Körpergeruch bei Kindern normal? Apokrine Drüsen werden in der Pubertät aktiv; dann ist Geruch zu erwarten. Bei sehr frühem Beginn ärztlich abklären lassen.
Quellen
- NHS — Body odour (BO): Selbsthilfe und wann zum Arzt. https://www.nhs.uk/conditions/body-odour-bo/
- NHS — Excessive sweating (hyperhidrosis). https://www.nhs.uk/conditions/excessive-sweating-hyperhidrosis/
- American Academy of Dermatology — Hyperhidrosis: diagnosis and treatment. https://www.aad.org/public/diseases/a-z/hyperhidrosis-treatment
- BfR — Fragen und Antworten zur Neubewertung von Aluminium in Antitranspirantien, 20. Juli 2020. https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_bfr_neubewertung_vom_20__juli_2020_von_aluminium_in_antitranspirantien-252646.html
- Rudden M. et al., Scientific Reports (2020) — The molecular basis of thioalcohol production in human body odour. https://www.nature.com/articles/s41598-020-68860-z
- University of York — Life in the pits: scientists identify the key enzyme behind BO. https://www.york.ac.uk/news-and-events/news/2020/research/enzyme-body-odour/
- Nakano M. et al. — A strong association of axillary osmidrosis with the wet earwax type determined by genotyping of the ABCC11 gene. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2731057/
- Callewaert C. et al., Applied and Environmental Microbiology (2014) — Microbial odor profile of polyester and cotton clothes after a fitness session. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4178636/
- International Hyperhidrosis Society — Antiperspirant basics. https://www.sweathelp.org/hyperhidrosis-treatments/antiperspirants/antiperspirant-basics.html
- DermNet — Erythrasma. https://dermnetnz.org/topics/erythrasma
- Cleveland Clinic — Trimethylaminuria (fish odor syndrome). https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/22356-trimethylaminuria-fish-odor-syndrome
- EMA / HMPC — Assessment report on Salvia officinalis L., folium. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-assessment-report-salvia-officinalis-l-folium-and-salvia-officinalis-l-aetheroleum-revision-1_en.pdf

